Digital Scores (after Nicéphore Niépce).1995–1998

Here the earliest known photograph is the subject of a series in which analog photography is translated into alphanumeric signs by means of the digital code. “View from his study,” taken by Nicéphore Niépce in 1826, required an exposure time of presumably eight hours and could thus never correspond to the human gaze. This photograph was digitized, the information contained in the seven million bytes translated into alphanumeric signs and distributed over eight squares. The panels, unreadable for the human eye, represent the complete binary description of the oldest surviving photograph. The time of representation is thus transformed into the representation of information.

Hubertus von Amelunxen

Andreas Müller-Pohle: Interfaces. Foto+Video 1977–1999. Göttingen: European Photography, 1999. ISBN 3-923283-51-2

Die früheste erhalten gebliebene Fotografie ist Gegenstand einer Bildserie, in der die analoge Fotografie durch den digitalen Code in alphanumerische Zeichen übersetzt wird. Das Bild von Nicé­phore Niépce, “Blick aus dem Arbeitszimmer” von 1826, hatte eine Belichtungszeit von vermutlich acht Stunden und konnte so keinem menschlichen Blick je entsprechen. Dieses Bild wurde digitalisiert, die in sieben Millionen Bytes verschlossenen Informationen in alphanumerische Zeichen übersetzt und auf acht Quadrate verteilt. Die für den menschlichen Blick unlesbaren Tafeln enthalten die vollständige binäre Beschreibung der frühesten Fotografie. Die Zeit der Repräsentation ist so in die Repräsentation der Information umgewandelt.

Hubertus von Amelunxen

Andreas Müller-Pohle: Interfaces. Foto+Video 1977–1999. Göttingen: European Photography, 1999. ISBN 3-923283-51-2

Florian Rötzer: "Die Fotografie, eine Technik des industriellen Zeit­alters, befindet sich in einer Krise. Einst ein mächtiges Medium, das tief in das Verständnis der Wirklichkeit und in die Kunstpraxis eingriff, wird sie jetzt mehr und mehr zum Gegenstand der Erinnerung . . .

Geoffrey Batchen: "Fictional nostalgia aside, today’s photographic universe is found not in clumps of silver but in the algorithms racing across the surface of German artist Andreas Müller-Pohle’s 1995 Digital Scores . . . 

Wolfgang Hesse: "Die 8-teilige, 1995 entstandene Arbeit Digitale Partituren (nach Nicéphore Niépce) ist janusköpfig in den Zeiten verankert, indem sie als alphanumerische Beschreibung (und deren freie Variation als Bild) sich auf eine Inkunabel der Fotografiegeschichte bezieht . . .